Die Feria und der Encierro von Pamplona, berühmt geworden durch Hemingways Fiesta (The Sun also Rises) sind nicht die einzigen Feste dieser Art, aber sicherlich die imposantesten, auch wegen der großen Zahl ihrer Besucher aus aller Welt. „Encierro“ kann man übersetzen mit „Stiertreiben“ – und in der Tat müssen dabei 6 Stiere von ihrem Gehege zum Platz der Stiere gebracht werden, wo Stunden später die Corrida stattfindet. Der Weg beträgt 825 m durch die alte Stadt Pamplona.
Stiere sind die wirklichen Helden der Corridas, und die Spanier behandeln sie mit viel Respekt und großen Ehren. Und da einige von ihnen von einem Ende der Stadt zum anderen gebracht werden müssen, wollen viele Leute sie begleiten. Da nun Stiere während dieses Transfers rennen, müssen die Begleiter auch rennen. Und das genau passiert: jeden Morgen rennen Tausende von Menschen mit 6 Stieren (und 8 Ochsen) entlang des legendären Pfads für den Encierro, über die Kopfsteinpflaster des Hauptstadt von Navarra. Stiere haben sicherlich nicht die Absicht ihre Begleiter zu treten oder aufzuspießen, aber das passiert, meistens, weil die Menschen –recht viele für die kleinen Straßen– sich anrempeln, fallen, über einander fallen. So blockieren sie den Weg für die Stiere, die ein Gewicht von etwa 570 kg haben und mit 25 km/h laufen. Dieses Rennen ist nicht mehr als zweieinhalb Minuten pures Adrenalin, wobei alles passieren kann, wodurch jeder die außerordentlich Energie aufnimmt, die in der ganzen Stadt pulsiert und die während der verschiedenen Phasen dieser 9 Tage und Nächte präsent ist.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, in Pamplona dabei zu sein: entweder v o r den Stieren (d.h. mit ihnen laufen) oder ü b e r den Stieren (d.h. von einem Balkon aus beobachten, was unten passiert). In beiden Fällen bekommt man etwas ab: die Glücklichen nicht von einem Stier.
Am selben Abend nehmen die Stiere, die am Morgen gerannt sind, an der Corrida teil. Das ist der andere Teil der Fiesta von San Fermín, an dem Stiere beteiligt sind. Der Rest ist Vergnügen, kombiniert aus Tanzen, Musik, Essen und offensichtlich auch Alkohol, der beträchtlich zur Euphorie von Pamplona beiträgt. Strikte Polizeikontrollen sorgen dafür, dass Betrunkene nicht am Encierro teilnehmen: sie wären zu gefährlich für sich selbst und alle Mitläufer.